Absolut sehenswert
Heutzutage trägt der Ort „nur" die Auszeichnung als eines der schönsten Dörfer Frankreichs (Plus beaux villages de France). Jahrhunderte lang aber zählte es zu den wichtigsten geistigen Zentren Frankreichs.

Nach der Gründung im Jahre 1034 durch einen Ritter im Dienste des Comte de Brionne, Hellouin (oder Herlouin), entwickelt sich die Abtei rasch zu einem bedeutendem Zentrum des christlichen Glaubens. Dieses verdankt die Abtei vor allem dem Werk zweier Männer, Lefranc de Pavie, genannt der „Täufer" und dem Philosophen Anselm von Aosta. Vom beschaulichen kleinen Tal in der Normandie erstreckte sich der spirituelle Einfluss auch bald auf das eroberte England. Die Äbte vom Risle-Ufer nahmen das Amt des Bischofs von Canterbury ein. Um stets über genügend Arbeitskräfte zu verfügen, förderten die Mönche die Ansiedlung im angrenzenden Dorf. Dieses erlebte fortan alle Höhen und Tiefen der Abtei mit.
Eine der schwärzesten Stunden schlug im Jahr 1417, als der Abt aus Furcht einer englischen Besatzung im Hundertjährigen Krieg, das Dorf niederbrennen ließ. Was die Engländer in der Folge übrigens keinesfalls davon abbrachte, sich der Abtei zu bemächtigen. Während und nach der Revolution dienten die Konventsgebäude als Kavalleriekaserne. Erst 1948 kehrten die Benediktinermönche wieder in die Abtei zurück, begleitet von einer Bruderschaft, die ihr eigenes Kloster errichtete. Neben seiner beeindruckenden Abtei besticht das Dorf Le Bec Hellouin durch eine bezaubernde Lage, Ruhe und zahlreiche Fachwerkhäuser.
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